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KONZERT »Michaels Traum von Italien«

Juni 19 • 18:00

Venedig, Markusdom und Markusplatz / Wikimedia Commons

»Michaels Traum von Italien«

Konzert zum Festjahr
»Musik im Umbruch – zum 400. Todesjahr von Michael Prætorius«

RIAS Kammerchor Berlin, Solisten des RIAS Kammerchors
Ensemble Capella de la Torre Berlin, Leitung Katharina Bäuml

Florian Helgath: Dirigent

Eintritt: 22,- € / Schüler frei

PROGRAMM

Tickets können Sie hier bestellen


Zum Konzert

Manche Fehleinschätzungen halten sich erstaunlich hartnäckig. Etwa die von Michael Praetorius als kreuzbravem Provinzkapellmeister am Hof zu Wolfenbüttel, einem Durchschnittsmusiker im ewigen Schlagschatten seiner großen Kollegen. Höchste Zeit also, aus Anlass seines 400. Todestages mit den schwerwiegendsten Vorurteilen aufzuräumen.
Als Sohn eines lutherischen Pfarrers aus Creuzburg an der Werra war Praetorius stets ein Mann des Geistes, hochgebildet, erfolgreicher Student der Theologie und Philosophie, versierter Organist und beschlagener, überaus einflussreicher Musiktheoretiker. Vor allem aber ein durch und durch aufgeschlossener Komponist, der die neuesten Stilentwicklungen – insbesondere diejenigen südlich der Alpen – mit wachem Interesse verfolgte, um sie in seinem eigenen Schaffen zu reflektieren.
So geben die faszinierenden Choralkonzerte seiner späten, 1619 veröffentlichten Sammlung der Polyhymnia Panegyrica, die das heutige Programm rahmen, einen geradezu überbordenden Widerhall jener opulenten Vokaltechniken, die die italienische Mehrchörigkeit in ganz Europa berühmt gemacht hatten. Himmelwärts strebend, farbenreich und expressiv zugleich, üppig besetzt „mit allerhand musikalischen Instrumenten und Menschenstimmen“.
Praetorius selbst, obwohl weitgereist, konnte vom Land seiner Sehnsüchte leider nur träumen. Wir bringen ihn nun, vier Jahrhunderte später, mit einer Reihe italienischer Zeitgenossen zusammen, die er persönlich nie kennenlernen durfte. Merke: Beim RIAS Kammerchor gehen Träume in Erfüllung.


RIAS Kammer Chor | Foto: Matthias Heyde

RIAS Kammerchor Berlin

Vor fast 70 Jahren gegründet, setzt der RIAS Kammerchor heute Maßstäbe in nahezu allen Bereichen der Musikkultur – von gefeierten historisch-informierten Interpretationen der Renaissance und des Barock über Werke der Romantik, die nicht selten bei den Hörern zu einer neuen Klangvorstellung des 19. Jahrhunderts führen, bis hin zu anspruchsvollsten Uraufführungen, in denen die Möglichkeiten zeitgenössischer Vokalmusik ausgelotet und neu definiert werden.
Auf Konzerttourneen durch Europa und zu den bedeutenden Musikzentren weltweit fungiert der RIAS Kammerchor als Kulturbotschafter Deutschlands und führt mit seinen Gastspielen das wertvolle Erbe der deutschen Chorkultur ins 21. Jahrhundert. Kurz gesagt: Der RIAS Kammerchor Berlin ist einer der zehn besten Chöre der Welt (Gramophone).
Zahlreiche Auszeichnungen und Preise dokumentieren den künstlerischen Weg und die hohe internationale Reputation des RIAS Kammerchores.
Eine beständige und erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet den Chor mit René Jacobs, der Akademie für Alte Musik und dem Freiburger Barockorchester. Zudem arbeitet der RIAS Kammerchor mit Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Yannick Nézet-Séguin, Andrea Marcon, Rinaldo Alessandrini und Ottavio Dantone zusammen. Seit der Konzertsaison 2017/18 ist Justin Doyle Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des RIAS Kammerchors.
Der RIAS Kammerchor ist ein Ensemble der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH (roc berlin). Gesellschafter sind Deutschlandradio, die Bundesrepublik Deutschland, das Land Berlin und der Rundfunk Berlin-Brandenburg.


Capella de la Torre | Foto: Anna-Kristina Bauer

Capella de la Torre

Capella de la Torre ist stolz, sich zu den weltweit führenden Ensembles für Bläsermusik der frühen Neuzeit zählen zu dürfen. Capella wurde im Jahr 2005 von der Oboistin und Schalmeispezialistin Katharina Bäuml gegründet. Seitdem hat das Ensemble sein Publikum in nahezu tausend Konzerten stets aufs Neue begeistert. Hinzu kommen bislang 20 CD- Einspielungen und eine Vielzahl von Live-Mitschnitten. Auf diese Weise hat sich Capella de la Torre umfangreiche Erfahrung in der Musik des 14.-17.Jahrhunderts erspielt.
2016 wurde Capella der ECHO Klassik in der Kategorie „Ensemble des Jahres“ verliehen. 2017 erhielt das Ensemble einen weiteren ECHO Klassik für die CD “Da Pacem – Echo der Reformation” zusammen mit dem RIAS Kammerchor. 2018 erhielt Capella de la Torre den ersten OPUS Klassik (Nachfolgepreis des ECHO) für die Aufnahme “Serata Venexiana”.
Um die Musik vergangener Jahrhunderte für heutige Ohren lebendig werden zu lassen, finden aktuelle historische und musikwissenschaftliche Erkenntnisse ständig Eingang in die Programme von Capella de la Torre. Dazu gehört besonders die Arbeit mit Quellen und Originaltexten. Ein besonderes Anliegen des Ensembles ist neben den Konzerten die Arbeit mit einem jungen Publikum, die in einer Vielzahl von Vermittlungsprojekten ihren Ausdruck findet.
Der Name „de la Torre“ ist auf zweierlei Weise zu verstehen: Anfang des 16. Jahrhunderts komponierte der Spanier Francisco de la Torre das wohl berühmteste Stück für eine Bläserbesetzung, seine „Danza Alta“. Neben dieser Hommage an den Komponisten ist der Name aber auch ganz wörtlich zu verstehen: „De la Torre“ bedeutet übersetzt „vom Turm herab“; Bläsergruppen musizierten seinerzeit bei den verschiedensten Gelegenheiten auf Türmen oder Balkonen.


Katharina Bäuml | Foto: Anna-Kristina Bauer

Katharina Bäuml

Katharina Bäuml, geboren in München, studierte zunächst moderne Oboe und legte ihr Diplom „mit Auszeichnung“ ab. Daneben studierte sie Barockoboe und historische Rohrblattinstrumente an der Schola Cantorum in Basel und schloss auch hier „mit Auszeichnung“ ab.
Seitdem spezialisierte sich Katharina Bäuml in verschiedenen Bereichen der Alten Musik. Ihr ganz besonderes Interesse gilt der Bläsermusik des 15.-17. Jahrhunderts. Folgerichtig gründete sie 2005 sie „Capella de la Torre“, das heute wichtigste deutsche Ensemble für Renaissancemusik. Die Gruppe hat bislang 26 CD Einspielungen vorgelegt, seit 2013 ist sie exklusiv für das Label Sony tätig. 2016 erhielt Katharina Bäuml mit Capella de la Torre den ECHO Klassik als Ensemble des Jahres für die CD “Water Music”. 2017 und 2018 folgten win weitere ECHO und ein OPUS Klassik für die Alben “Da Pacem- Echo der Reformation” (zusammen mit dem Rias Kammerchor, geleitet von Florian Helgath) und “Serata Venexiana”.
Katharina Bäuml widmet sich aber nicht nur der Alten Musik, sondern ebenso der zeitgenössischen Musik auf historischen Instrumenten. Seit 2010 entstanden so zahlreiche Kompositionen für das Duo „Mixtura“, u.a. zu hören beim Berliner Festival „Ultraschall“. Als Leiterin mehrerer Festivals und Konzertreihen initiiert Katharina Bäuml immer wieder Begegnungen zwischen Musik der frühen Neuzeit und Jazz. Zuletzt übernahm sie die Reihe „Musica Ahuse“ in der romanischen Klosterkirche Auhausen, in der jährlich renommierte Spitzenensembles der alten Musik auftreten.
Die Musikerin unterrichtet in Berlin und gibt regelmäßig Meisterkurse an den Musikhochschule in Genf (Schweiz), Hannover und Lübeck.

 


Florian Helgath | Foto: Hannes Höchsmann

Florian Helgath | Dirigent

Florian Helgath hat sich in kurzer Zeit als einer der führenden Chordirigenten der jüngeren Generation etabliert. Seit 2011 ist er Künstlerischer Leiter von Chorwerk Ruhr und der Zürcher Sing-Akademie seit 2017. Mit diesen Spitzenensembles erarbeitet er auf höchstem Niveau Chormusik aller Epochen, sowohl mit A cappella Musik als auch im chorsinfonischen Bereich.
Von 2009 bis 2015 leitete Florian Helgath den Dänischen Rundfunkchor und war von 2008 bis 2016 Dirigent des Via Nova Chors München. Mit diesem Ensemble hat er zahlreiche Uraufführungen dirigiert und wurde mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet.
Florian Helgath ist regelmäßig zu Gast beim SWR Vokalensemble, RIAS Kammerchor, MDR Rundfunkchor, Chor des Bayerischen Rundfunks, Vocalconsort Berlin, Netherlands Radio Choir, Choeur de Radio France, Flemish Radio Choir, Norwegian Soloists‘ Choir, Chor der Warschauer Nationalphilharmonie u.a. und arbeitete mit Orchestern wie Concerto Köln, Akademie für Alte Musik Berlin, B’Rock Orchestra, Orchestra La Scintilla, Brussels Philharmonic, Odense Symphony, Münchner Rundfunkorchester,WDR Funkhausorchester, Münchner Symphoniker, Bochumer Symphoniker, Dortmunder Philharmoniker, Berner Kammerorchester, Danish Chamber Orchestra und Ensemble Resonanz zusammen.
Auftritte führten ihn in zahlreiche große Konzerthäuser, zu den Berliner Festspielen, Schwetzinger Festspiele, Audi Sommerkonzerte, Eclat Festival Neue Musik Stuttgart, Thüringer Bachwochen und insbesondere zur Ruhrtriennale, wo er zahlreiche zeitgenössische Musiktheaterproduktionen und verschiedene andere Projekte gestaltete. Neben A cappella Projekten liegen Florian Helgaths Schwerpunkte zunehmend auf Aufführungen von chorsinfonischem und sinfonischem Repertoire.
Kommende Höhepunkte beinhalten Gastdirigate beim RIAS Kammerchor, Aarhus Symphony & Choir, South Denmark Philharmonic & Choir, Choeur de Radio France, World Choir Symposium in Auckland, Konzerte mit Chorwerk Ruhr im Muziekgebouw Amsterdam und deSingel Antwerpen u.a.
Florian Helgaths Diskografie beinhaltet das Brahms Requiem (Klavierfassung) mit Chorwerk Ruhr bei Coviello Classics, das Album Geistliche Gesänge mit Werken von J.S. Bach, Reger und Knut Nystedt mit dem MDR Rundfunkchor (ICMA Award 2017), Da Pacem: Echo der Reformation mit dem RIAS Kammerchor und Capella de la Torre (ECHO Klassik 2017), Drei Chöre a cappella von Walter Furrer mit der Zürcher Sing-Akademie bei SRF2 Kultur, Werke von Palestrina und Wagner mit dem MDR Rundfunkchor, J.S. Mayr Missa in c – Stabat Mater mit dem Orpheus Vokalensemble und Concerto Köln und Zeitgenössische Chormusik mit dem Via Nova Chor. Das Album von Tigran Mansurians Requiem mit dem RIAS Kammerchor unter Florian Helgaths Einstudierung zusammen mit dem Münchener Kammerorchester bei ECM Records wurde für einen Grammy 2018 nominiert.
Erste musikalische Erfahrungen sammelte Florian Helgath in seiner Heimatstadt bei den Regensburger Domspatzen und später an der Hochschule für Musik und Theater in München. Zu seinen wichtigsten Lehrern zählen Michael Gläser, Stefan Parkman und Dan Olof Stenlund, die ihn in seiner Entwicklung als Dirigent entscheidend prägten.
Internationale Erfolge erzielte er als Preisträger bei Wettbewerben wie dem Eric Ericson Award 2006 in Schweden sowie bei der Competition For Young Choral Conductors 2007 in Budapest.


 

Details

Datum:
Juni 19
Zeit:
18:00
Veranstaltungskategorie:
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Veranstaltungsort

Hauptkirche BMV
Michael-Praetorius-Platz 9
Wolfenbüttel, Niedersachsen 38300 Deutschland
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