WORKSHOP UND TANZABEND »Ein Ball mit Terpsichore von Michael Prætorius«

Erfurter Tanz Gilde | Foto: Juliana Eger-Hildebrandt

»Ein Ball mit Terpsichore von Michael Prætorius«

Historische Tänze zum Mitmachen und Anschauen für Laien und Liebhaber

Tänzerin und Tanzmeisterin Mareike Greb, Leipzig
Tänzer Hubert Hazebroucq, Paris

Ensemble all’improvviso

Martin Erhardt – Blockflöte
Michael Spiecker – Barockvioline
Miyoko Ito – Viola da Gamba
Christoph Sommer – Erzlaute / Theorbe / Barockgitarre

Tanzgruppe Erfurter Tanz Gilde

Workshop 10 – 13 Uhr und 14 – 17 Uhr / Tanzfest 19:30 – 24 Uhr

Teilnehmergebühr 30,- € / Schüler frei


Workshop und Tanzabend bieten die seltene Gelegenheit neben anderen Tänzen der Zeit originale Tänze kennenzulernen, die zu Michael Prætorius Instrumentalstücken aus seiner Sammlung »Terpsichore. Darinnen Allerley Frantzösische Däntze und Lieder« (1612) gehören. Leider enthält Prætorius’ Werk keine Tanzbeschreibungen, aber das Manuskript »Instruction pour danser«, ca. 1610, das erst im Jahr 2000 in Darmstadt entdeckt wurde, entspricht in Vielem genau der Sammlung des Komponisten. In der Tanzsammlung fehlen die Noten. Was liegt also näher diese beiden wunderbaren Werke zusammenzuführen und sie gerade in Wolfenbüttel zum Leben zu erwecken?

Die Tänze reichen von Balltänzen bis zu Duetten und weisen eine Vielfalt im Schrittmaterial, Vielschichtigkeit in den Schrittkombinationen, eine Kunstfertigkeit in Variationen und eine Verwendung von Figuren auf, die ein ganz neues Bild des Tanzes zu Beginn des 17. Jh. zeichnen.

Alle werden eingeladen einige Tänze selbst zu erlernen und am Abend zu tanzen, getragen von der wunderbaren Musik des Ensembles all’improvviso.

Ein Hör- und Sehgenuss werden auch die konzertanten Einlagen. Die Profitänzer Mareike Greb und Hubert Hazebroucq, unterstützt von der Erfurter Tanzgilde lassen das frühe 17. Jahrhundert im Renaissancesaal wieder auferstehen.


Mareike Greb | Foto: Frieder Krenzlin

Mareike Greb ist freischaffende Tänzerin, Musikerin, Schauspielerin und Wissenschaftlerin mit Wohnsitz in Leipzig.

Mit 16 Jahren begann sie sich nach einer Ballettausbildung der historischen Tanzkunst und Aufführungspraxis zu widmen und lernte neben ihrer Mitgliedschaft im Ensemble Tourdion (Saarland) u.a. bei Lieven Baert, Véronique Daniels, Markus Lehner, Barbara Sparti, Kaj Sylegard und Béatrice Massin.

Mareike Greb unterrichtet an der HMT Leipzig „Historischen Tanz“, ist national und international solo und in verschiedenen Besetzungen mit Kursen und Auftritten tätig (u.a. beim Improvisationsfestival für Alte Musik Leipzig, Zentrum für Alte Musik Köln, Festival für Alte Musik Knechtsteden, Heinrich-Schütz-Musikfestival, Händel-Festspiele, Alte Musik Weilburg, Händelhaus Halle, Tage Alter Musik Bamberg, Baroque Trust of Newzealand uvm.), beschäftigt sich aber außerdem wissenschaftlich intensiv mit den Tänzen und der Musik von der Frühen Neuzeit bis zum Barock, rekonstruiert aus Historischen Quellen und verbindet Theorie und Bühnenpraxis zu einem fundierten, aber spannungsreichen Bühnenkonzept, das immer Kontakt zum Publikum sucht.



Hubert Hazebroucq | Foto: Goupy

Hubert Hazebroucq ist Tänzer und Choreograph von Les Corps Eloquents und ein vielgefragter Experte für Renaissance- und Barocktänze. Nach seiner Ausbildung in Lyon im zeitgenössischen Tanz spezialisierte er sich 1998 auf historische Tanzstile und tanzte bei so berühmten Ensembles wie L’Eclat des Muses und l’Eventail. Er leitet seit 2008 die Compagnie Les Corps Eloquents, hat Choreographien für Doulce Mémoire und Orchestra of the Age of Enlightenment geschaffen und gastiert bei Festivals und an zahlreichen bedeutenden Historischen Stätten (Oude Muziek Utrecht, Chambord, Théâtre de la Reine Trianon-Versailles).

Neben seiner tänzerischen Laufbahn ist er auch wissenschaftlich tätig: er schrieb seinen Masterabschluss über den Balltanz um 1660 und hat dreimal ein Forschungsstipendium vom Centre national de la Danse erhalten. Er ist mit Vorträgen über Technik und Ausdruck des Historischen Tanzes bei zahlreichen internationalen Kolloquien vertreten und hat mit Jean-Noël Laurenti den Tagungsbericht: La danse française entre Renaissance et baroque. Le manuscrit Instruction pour dancer (vers 1610) (Tours, 2012)  herausgegeben.

https://sceneeuropeenne.univ-tours.fr/regards/instruction-pour-dancer

https://www.facebook.com/hubert.hazebroucq
https://www.facebook.com/LesCorpsEloquents


Ensemble all-Improvviso | Foto: Nico Born

Ensemble all’improvviso

Martin Erhardt – Blockflöte
Michael Spiecker – Barockvioline
Miyoko Ito – Viola da Gamba
Christoph Sommer – Erzlaute / Theorbe / Barockgitarre

Das Ensemble all’improvviso steht für eine stilreine Verschmelzung von historischen Improvisationen und Repertoire. Die Musiker verbinden auf diese Weise höchste musikalische Lebendigkeit mit einer präzise recherchierten Aufführungspraxis. Die Mitglieder des Ensembles studierten an bedeutenden Alte-Musik-Instituten der Hochschulen, u.a. in Den Haag, Leipzig, Weimar, Bremen und Basel und geben derzeit neben ihrer Konzerttätigkeit ihr Wissen als Pädagogen an Hochschulen und Musikschulen weiter. Konzerte führte das Ensemble bisher u.a. zum Bachfest Leipzig, zum Heinrich-Schütz-Musikfest und zu EX TEMPORE, dem Leipziger Improvisationsfestival für Alte Musik.


Erfurter Tanz Gilde | Foto: Juliana Eger-Hildebrandt

Erfurter Tanz Gilde

Seit 1997 widmet sich die Erfurter Tanz Gilde der Rekonstruktion und dem Erlebbar machen höfischer und bürgerlicher Gesellschaftstänze aus dem Zeitalter der Renaissance und des Frühbarock.
Unter professioneller Anleitung werden die Tänze in regelmäßiger Probenarbeit originalgetreu einstudiert.
In historisch nachgeschneiderter Gewandung führt die Erfurter Tanz Gilde die erlernten Tänze zu verschiedenen Anlässen auf und lässt die höfische Festkultur neu aufleben.